Projektbeschreibung

Am Freitag 20.12.2013 so gegen 15.00h sind wir dann endlich weggekommen. Da war noch ein tropfender Wassertank abzudichten, die Umrüstung der Lampen auf LED hat auch länger gebraucht als erwartet und das ganze Gepäck und Bettzeug musste ja auch noch rein. Nicht schlimm, wir wollen ja keine Weltreise mehr unternehmen heute.

Los gings über die A8 und A81 bis Würzburg und dann noch ein paar Kilometer auf der A7 bis Arnstein. Wie geplant haben wir dort den Stellplatz an der Festhalle angefahren.  Erwartungsgemäß war der Platz ruhig, eben und beleuchtet. Ein kleiner Abendspaziergang brachte eine Überraschung, denn der Ort war außergewöhnlich schön geschmückt und beleuchtet. Das schaffte eine richtig weihnachtliche Atmosphäre.

Nächsten Tages ging es dann weiter nach Kassel. Wir wollten eigentlich am Stellplatz Giesenallee stehen, haben das aber aus verschienen Gründen dann verworfen und sind auf den Stellplatz Sandershausen an der Fulda gefahren. Sicher, so ca. 1 Std. Fußweg zur Innenstadt hatten wir damit, aber dafür war der Platz kostenlos und sehr ruhig. Also, warm anziehen und ab auf den Weihnachtsmarkt. Der Vorteil des langen Wegs war, bis wir zurück waren, war der Alkohol vom Glühwein schon wieder weg und ein Teil des gegessenen verdaut :-) Leider habe ich keine Fotos auf dem Weihnachstmarkt gemacht, es war auch schon dunkel und da sieht man bekanntlich nicht allzu viel.

Eine sehr schöne Fahrt führte uns am Sonntag durch das Fuldatal, dann das Wesertal Richtung Holzminden, weiter über Hannover, Celle, Uelzen nach Lüneburg, wo es einen sehr schönen Stellplatz nahe der Stadtmitte gibt. Trotz der Lage ist der Stellplatz sehr ruhig. In Lüneburg haben wir am Sonntag den Weihnachtsmarkt besucht, der sehr schön ist – es gab drei verschiedene Weihnachtsmärkte. Tags darauf war Badetag angesagt.

Der Badetag in Lüneburg war wunderbar wohltuend und wir haben uns dann aufgemacht, denn es war der 24.12. also Heilig Abend. Als Ziel haben wir uns gedacht an der Elbe zu stehen und ein wenig Schiffe zu gucken, also gings nach Brockdorf. Dort ist ein schöner Stellplatz für 5,- € pro Nacht.

Angekommen sind wir so gegen 16.00h und da stand, es käme jemand zum kassieren. Haha, dachten wir, am Heilig Abend sind alle Leute schön bei der Familie, da wird wohl kein Gemeindemitarbeiter hier Geld eintreiben, zumal wir das einzig Auto weit und breit waren. Das war aber Fehlanzeige, so gegen 18.00h hat tatsächlich jemand am Wohnmobil geklopft und wollte kassieren. Wir haben mal für eine Nacht bezahlt, obwohl wir eigentlich zwei Tage stehen bleiben wollten und die Ruhe genießen. Es war eine regnerische und windige Nacht und ich habe das Mobil so gestellt, daß der Wind von vorne kommt, dann schaukelt es nicht so sehr.

Der Wind ließ in der nacht etwas nach und am nächsten Morgen war es auch trocken. Wir haben nach dem Frühstück einen Spaziergang am Deich gemacht, der uns übrigens davon abhielt direkt auf die Elbe und die Schiffe zu sehen. Es war schön, aber irgendwie war da nur auch gar nix los. Das war uns schon etwas zu langweilig.

Das hat uns veranlasst den Platz zu verlassen und noch ein Stück zu fahren. Überlegung war nach Husum zu gehen, aber da war uns zu voll …. so sind wir halt 😎 Es wurde dann Heide, eine kleine Stadt mit einem hübschen Stellplatz. Der Platz ist Kreisförmig angeordnet, was auch seinen Reiz hat. Im Sommer bestimmt schön um zu klönen :-) Vom Spaziergang in Heide gibt es keine Bilder, denn es war schon dunkel. Interessant für uns war, daß die Buden des Weihnachtsmarktes noch aufgebaut waren und den Anschein erweckten noch nicht stillgelegt zu sein. Das ist bei uns im Süden nicht sehr üblich, im Norden gehen wohl die Weihnachtsmärkte auch nach den Feiertagen noch weiter – eigentlich auch schön, denn da ist man entspannter.
In Heide wollten wir auch nicht bleiben, also ging es weiter, nun Richtung St. Peter Ording. Wenn wir schon mal in der Gegend sind wollten wir uns das anschauen, auch wenn da bestimmt tote Hose ist. Ein Spaziergang am Stand war sehr schön, wir hatten Glück, denn das Wetter war sehr ruhig und man konnte wunderbar laufen. Der Strand sah aus, wie eine Wasserfläche und ich hatte mich gefragt, wie all die Leute so weit draußen da hin gekommen sind. Versuch mach kluch, also näher ran und siehe, das war gar kein Wasser. Der Sand war so glatt und von eine ca. 1cm Wasserschicht überzogen, daß es aussah als liefe man übers Wasser. Im Sommer ist es hier sicher sehr schön, aber sicher auch sehr voll, also genießen wir die Ruhe und Einsamkeit. Immerhin gab’s einen Fischladen der geöffnet hatte, so sind wir noch zu einem guten Abendessen gekommen.

Im Nachmittag wollten wir dann noch nach Schleswig weiter und dort einen Stellplatz direkt an der Schlei aufsuchen. Als wir dort ankamen, war die Enttäuschung groß, denn da war Baustelle. Es gab da einen Hinweis, daß irgenwo eine Stellmöglichkeit eingerichtet sei, also sind wir langsam weitergerollt. Ein paar Spaziergänger machten und Zeichen anzuhalten und fragten ob wir hier übernachten wollten, was wir bejahten. Der provisorische Stellplatz sei da und da zu finden und es folgte eine Beschreibung wie man da hin kommt. Sehr nett fanden wir und kein bischen selbstverständlich, daß einem so geholfen wird.

Natürlich haben wir uns verfahren und den Stellplatz nicht gefunden. An einer Kreuzung wollten wir umdrehen, da hielt auf einmal ein kleiner PKW neben uns und ließ die Scheibe herunter. Ob wir einen Stellplatz suchten, war die Frage. Ja, sicher doch. In der Nähe gäbe es einen sehr schönen Stellplatz und sie wären eh gerade in der Richtung unterwegs, wir können ihnen hinterher fahren. Gesagt, getan, wir folgten den beiden älteren Herrschaften und sie führten uns zu einem Stellplatz, einige Kilometern entfernt, aber schön gelegen. Dort angekommen sagten Sie uns, daß sie auch Wohnmobilisten sind und einmal in einer ähnlichen Situation waren, wo ihnen genauso geholfen wurde. Die beiden waren total glücklich, daß sie diese gute Erfahrung einmal weiter geben konnten. Nein, natürlich waren sie nicht wirklich hierher unterwegs, es war ihnen nur fast die Bude auf den Kopf gefallen, so sind sie einfach ziel- und planlos mit dem Auto rumgefahren.

Ein nettes Erlebnis, das man nicht alle Tage hat, das aber ohne Zweifel Schule machen könnte :-)

Von unserem Spaziergang in Schleswig haben wir leider keine Fotos, denn der Regen kam beim in die Stadt reinlaufen waagerecht von Backbord und entsprechend beim rauslaufen waagerecht von Steuerbord. Wir waren dann gut vorgeweicht und konnten erst mal sehen wie wir die Klamotten wieder trocken bekommen.

Unsere Fahrt ging weiter Richtung Puttgarden auf Fehmarn, wo wir Freunde besuchten. Die Insel selbst ist ja um diese Jahreszeit recht ausgestorben und viele Geschäfte sind einfach geschlossen.

Nächstes Ziel war dann die schöne Hansestadt Lübeck, natürlich mit einem Besuch beim Marzipanhersteller und einem schönen Stadtbummel bei Kaiserwetter :-)

Es war noch Weihnachtsmarkt in Lübeck, der wohl bis Silvester geht. Da war schon mal für das leibliche Wohl gesorgt. Als Stellplatz hatten wir den Wohnmobiltreff Lübeck am Sportpark Hülshorst gewählt. Dort kann man auch duschen für 1 Euro und der Platz ist recht ruhig – zumindest war es so als wir dort waren. Zur Stadt sind es ca. 20 Gehminuten, oder man kann auch mit dem Bus fahren, die Haltestelle ist direkt dort.

Nun war bald Jahreswechsel, wir beschlossen, diesen ruhig zu verbringen und machten uns auf den Weg gen Harz und Thüringer Wald. Ein kurzer Abstecher am Neujahrsmorgen nach dem schönen Wernigerode und dann noch einen Besuch bei Freunden in Weißenfels in Sachsen-Anhalt.

Der Thüringer Wald wollte auch von uns gesehen werden, mit seinen schwarzen Schieferhäusern und der Glaskunst. Unsere Rast war in Lauscha, wo wir uns mit Thüringer Würsten eindeckten. Schnee gab es in diesem Winter, wie fast überall in den Mittelgebirgen keinen, somit waren auch kaum Winterurlauber auszumachen – sicher zum Leidwesen der Gasthäuser und Pensionen.

Der Urlaub neigt sich dem Ende zu und wir fahren zügig gen Süden, da wir ab 07.01. wieder arbeiten müssen. Einen Halt in Rottenburg ob der Tauber machen wir dennoch. Dann der letzte Stopp kurz vor der Heimat, in Pleidelsheim am Neckar. Dort hatten wir noch eine unruhige Nacht, weil ein liebestoller junger Mann meinte seine (Ex)-Freundin mit Gewalt bei sich behalten zu müssen. Letztlich ging es soweit, daß wir zusammen mit den anderen dort anwesenden Wohnmobilisten, den jungen Mann gestellt haben und dafür gesorgt, daß er von den Mädchen ablässt. Nachdem danach doch keine Ruhe war wurde die Polizei gerufen, die wie es schien den Jungen dann sogar mitgenommen haben. Wer reist wird immer positives und negatives erleben, somit war das zwar kein besonders schöner Abschluss, dennoch war die Winterreise für uns ein voller Erfolg.