Projektbeschreibung

Wir waren vom 18. Juni bis zum 07. Juli 2014 unterwegs. Die Reisekarte entspricht im Groben unserer Route, wobei nicht alle Zwischenziele auch Haltepunkte waren und auch nicht alle Haltpunkte markiert sind. Die Karte war nur mal so eine grobe Planung, ob solch eine Route in der zur Verfügung stehenden Zeit sinnvol zu bewältigen ist. Schließlich wollen wir reisen und nicht rasen :-)

Da ich ja in der Schweiz Persona non grata bin, wenn nicht gar kriminalisiert, weil ich mal etwas zu schnell gefahren bin, dachten wir uns, wir fahren einfach mal um die Schweiz rum und 😀

So ging nun unsere Tour bei uns im Schwarzwald los, Richtung Rheintal, ausnahmsweise ein paar Kilometer auf der Autobahn, da wir nach Feierabend erst los sind und noch ein Stück vorwärtskommen wollten.

Am nächsten Morgen ging es früh weiter Richtung Muhlhouse und dann noch auf der französischen Autobahn bis Besançon, bzw. eben solange sie kostenfrei ist. Ab da dann endlich gemütlich auf National- und Regionalstraßen – das was ich dann Genussreisen nenne.

Wir wollten an diesem Tag zwar ein Stück vorwärts kommen, haben uns aber einige Optionen für Stopps offengehalten. So landeten wir dann bei  einem Bauernhof in der französischen Jura, wo wir uns übrigens mit Fleisch vom Limosinrind eingedeckt haben. Da war das Gefriefach schon mal mit gutem Vorrat gefüllt. 😎

Der Hof ist zwischen Morbier und Morez zu finden und wir kamen über France Passion dort hin. Somit ist auch die Übernachtung hier für uns kostenfrei. Die Gastgeber waren äußerst nett und luden die Camperfahrer – es war noch ein Fahrzeug nach uns angekommen – am frühen Abend zu einem Appero auf ihrer Terasse ein – französisches Lebensgefühl pur :-)

Weiter geht die Fahrt über die schöne Landschaft der Jura ein Stück entlang der Schweizer Grenze mit Blick auf den Genver See, leider recht diesig aber doch beeindruckend mit den Alpen im Hintergrund. Schöne kurvige Straßen, Steigungen und Gefälle, aber unser altes Vehikel macht bis jetzt gut mit.

Wir fahren weiter über Annecy Richtung Aix les Bains am Lac du Bourget mit traumschöner Kulisse. Dort machen wir einen kurzen Stopp mit  einer kleinen Brotzeit und genießen die wunderschöne Landschaft und die klare Luft, die an diesem Tag aussieht wie frisch gewaschen.

Weiter geht die Fahrt über Grenoble zur Route Napoleon bis nach Esparon de Verdon am Lac Esparon. Die Steigung an der Route Napoleon hat mich erstmals veranlasst, die Kühlerlüfter manuell zuzuschalten, denn da hatte unser alter Duc ganz schön zu arbeiten. Es weniger wegen der Steigung, eher wegen der Länge und der an sich nicht soooo langsamen Straße, da die Kurven nicht so eng sind.

Am Lac Esparon sind wir 4 Nächte auf einem Campingplatz geblieben um mal etwas Wärme zu tanken und auszuruhen, was bei dem Traumwetter eine echte Wohltat war. Das Wasser des Sees ist kristallklar und wider Erwarten nicht so kalt. Wir haben ausgiebig gebadet und schwimmen in so schönem Wasser macht richtig Spaß.

Ein kurzer Abstecher führt uns in die Lavendelfelder auf der Hochebene von Valensole mit einem sehr schönen Blick in die Haut Alpes de Provence, die wir aber für dieses Mal links liegen lassen, denn unsere Pläne sind andere.

Wir übernachten wieder mit France Passion beim Maison du Lavendin in Sainte Croix du Verdon. Dort gab es einige interessante Dinge einzukaufen, unter anderem ist der Stellplatz in Weißeichenalleen und entsprechend gibt es auch schwarze Trüffel zu kaufen. Da ließ ich es mir natürlich nicht nehmen ein Omelette zu machen 😎

Das Brot dazu ist übrigens in unserem kleinen OMNIA selbst gebacken.

Die Reise führt weiter nach Sanremo an der Ligurischen Küste, wobei ein kurzer Zwischenstop in Grasse zum Parfum einkaufen nicht fehlen darf.

Dort in Sanremo gibt es einen Fahrradweg entlang der Küste, der auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse verläuft. Das heißt 30 km ebene Fahrradpiste mit Traumaussicht auf die Ligurische Riviera.

Mehr darüber findet sich hier.

Von Sanremo wollten wir eigentlich entlang der Ligurischen Küste nach Genua. Die Küstenstraße ist ja auch wirklich beeindruckend, nur leider findet man kaum einen Platz um das Womo mal anzuhalten und die Aussicht auch zu genießen. Meine Copilotin bekam schon Entzugs- erscheinungen, weil wir zu wenig Raucherpausen machen konnten. Stellplätze sind hier Fehlanzeige und wir haben uns dann tatsächlich entschlossen ein paar km auf der Autobahn zurückzulegen

und bis La Spezia zu fahren. Genua hat wohl einen Stellplatz am Gewerbehafen, der aber recht teuer und vermutlich auch entsprechend laut ist und darauf hatten wir dann einfach keinen Bock mehr. In La Spezia gibt es einen Stellplatz, bzw. wir waren in Portovenere. Der Platz an sich ist schon in Ordnung, kostet 1,- € pro Stunde und 15 € für 24 Std. Es gibt Ver- und Entsorgung, keinen Strom. Was uns gleich nicht gefallen hat, daß es auf einem Felsen ist, also das Meer sehr weit unten und es gibt an sich keinen Zugang zum Meer, denn auf einer Seite ist Militärisches Sperrgebiet (Hafen) und auf der anderen Seite ist alles eingezäunt, weil privat.  Zwischen 21.00 h bis 08.00h kostete der Platz nix, also haben wir mal vorsichtshalber kein Ticket gelöst, da wir erst so gegen 20.00h dort waren. Wir sind dann sehr früh aufgewacht, weil auch schon wieder Verkehr an der kleinen Straße war und haben uns entschlossen sofort wieder von dem Affenfelsen runterzufahren.

Der Radweg entlang der Küste

Eindrücke aus San Remo

Impressionen der Küstenstrasse

Weiter ging’s dann zum Gardasee, die eigentlich geplante Stadtbesichtigung Parmas ausgelassend. Die erste Station war nahe Sirmione auf einem Campingplatz (Camping Wien), wo wir drei Nächte verbracht haben. Am letzten Tag haben wir ganz nahe dort einen Stellplatz entdeckt, welcher wohl ziemlich neu angelegt sein muss und sehr sehr schön ist und außerdem auch nicht so teuer wie die anderen, die wir vorher recherchiert hatten.

Der Besuch der Halbinsel Sirmione ist ja schon Pflichtprogramm, wenn man schon dort ist. Es ist zwar meistens recht voll dort und man wird auch ganz schön abgezockt, aber ich habe den Eindruck, das wird man in Italien fast überall. Eine kleine Bootsrundfahrt um die Halbinsel ist sehr angeraten, denn das lohnt sich auf jeden Fall. Wir haben uns dafür entschieden ein Boot zu nehmen, das mehrere Leute mitnimmt und haben dann 10 € pro Person bezahlt, für einen Fahrt nur für uns beide wäre eine Spende von 50 Euronen fällig geworden. Der Gardasee an sich hat ja schon ein mediteranes Flair, wenn man jedoch auf Sirmione ist, meint man wirklich am Mittelmeer zu sein.

Die nächste Etappe führte uns dann an die Nordspitze vom Lago di Garda, nach Riva del Garda. Dort gibt es einen SP nahe des Jachthafens. Die Stunde kostet 0,50 €, es wird stündlich abgerechnet und man darf wenn ich es noch recht weiß 48h dort stehen. Ver- und Entsorgung ist inklusive, es gibt eine kleine Bar nebenan und auch sanitäre Anlagen. Ich meine, die Dusche kostet auch 0,50 €, wir haben sie nicht benutzt, auch die Toiletten nicht, obwohl alles einen sauberen Eindruck gemacht hat.  Riva ist ein nettes Städtchen und wir sind zwei Nächte geblieben.

Riva von oben bei der Weiterfahrt

Als weiteres Ziel hatten wir uns den Kalterer See vorgenommen und sind da dann auch hingefahren. Der Stellplatz ist südlich von Kaltern, direkt am See und der Besitzer kommt immer selbst um die Platzgebühr zu kassieren. Es gibt einen Sanitärcontainer mit Toilette und Dusche, Ver- und Entsorgung und Strom und alles ist in den 15 € Stellplatzgebühr beinhaltet. Außerdem haben wir noch einen Code für den Zugang zum Privatstrand bekommen, so konnten wir auch noch Baden gehen und die Liegewiese nutzen – alles sehr schön .
Es gibt einen Rundweg mit vielen Tafeln, auf denen interessante Infos über Natur und Wein zu finden sind, ca. 7,5 km und fast eben, ein sehr schöner Spaziergang.
Damit wir dann auch mal wirklich noch eine Stadt anschauen, haben wir uns Meran vorgenommen. Wobei wir natürlich in Sanremo auch einen Stadtbummel gemacht haben .
Meran ist ja am Zusammenfluss von Etsch und Passer und hat noch dieses günstige warme Klima, wie der Kalterer See und eine tolle Kulisse mit den hohen Bergen drumrum. Wir haben den Campingplatz in der Stadt gewählt, einen SP gäbe es im Dorf Tirol auf der Höhe. Der CP kostet ca. 30 € je nach Saison und hat hervorragende sanitäre Einrichtungen, einen kleinen Pool und liegt eben mitten in der Stadt. Für uns lästig war in dem Fall, daß genau nebenan ein Public Viewing für die WM eingerichtet war und somit an Ruhe erst nach Mitternacht zu denken war. Das Spiel Holland gegen Costa Rica ging ja sogar fast bis 1.00h. Ich weiß nicht, ob dort häufig HalliGalli ist und möchte daher kein Negativurteil abgeben. So eine WM ist alle 4 Jahre.
Sehr schön ist der Park um das Thermalbad und die Passerpromenade. Auch die Altstadt ist schön und man kann wunderbar bummeln. Sehenswert sei Schloß Trautmannsdorf, was wir uns aber für einen weiteren Besuch aufgespart haben, da schlechtes Wetter vorhergesagt war und wir die Gärten eher bei schönem Wetter anschauen wollten.
Weiter ging die Reise über den Reschenpass, Fernpass nach Füssen im Allgäu. Wir haben dort einen Stellplatz beim Fitnesscenter angefahren, Kosten 13,50 € pro Nacht inkl. Kurtaxe, Ver- und Entsorgung. Strom würde 2,50 € extra kosten, Duschen 0,50 € für 3 min. Der Platz liegt an der Straße und ist nicht superruhig, aber an sich in Ordnung und sehr Stadtnah.
Wir haben mit dem Fahrrad eine Umrundung des Forgensee gemacht, was eine recht ebene Tour ist, also ohne weiteres auch von untrainierten zu bewältigen. Natürlich waren wir in Füssen, das ist immer einen Besuch wert mit seiner schönen Altstadt und dem Lech.
So schnell gehen ein paar Urlaubstage vorbei. Wegen des in Füssen einsetzenden Dauerregens, sind wir einen Tag früher als geplant nach Hause gefahren.

Unser Wohnmobil hat die insgesamt 2.300 km ohne nennenswerte Probleme gemeistert, was für ein Fahrzeug dieses Alters auch nicht immer selbstverständlich ist. Insgesamt war die Reise, mal von der Etappe Sanremo-La Spezia abgesehen sehr entschleunigend.