Projektbeschreibung

Jetzt komme ich endlich mal dazu, die letztjährige Großaktion zu dokumentieren. Wie wir schon bei unserer ersten Tour ( siehe Jungfernfahrt ) festgestellt haben, hatten wir vorne einen Wassereinbruch im Bereich der Windschutzscheibe. Nach einigen Recherchen in den entsprechenden Foren war die Ursache anscheinend ein Rostproblem am Windlaufblech. Nun, man sah da etwas Rost, es hieß aber, die Ursache seien die Ablaufschläuche die wohl verstopfen und dadarch das Wasser nicht mehr abfließen kann.

Ein neues Windlaufblech nebst Scheibendichtung wurde gekauft. Da die Scheibe auch schon anfing an den Ecken Luft zu ziehen und sich trübte kaufte ich auch eine neue Scheibe. Kostenpunkt alles zusammen ca. 150 Euronen.

Dann war die nächste Frage, wie das Teil dann wieder Farbe bekommen soll – streichen und rollen, oder Spritzlakieren? Nur den Triebkopf oder die ganze Fuhre?

Letztlich war die Entscheidung, das ganze Wohnmobil zu lackieren, da die Farbe wirklich nicht mehr ansehlich war, auf dem Dach konnte ich kaum den Schmutz aus den Hageldellen lösen, weil der Lack so verwittert war. Um eine einigermaßen Qualität der Lackierung zu erzielen habe ich mich dann auch für das Spritzlackieren entschieden, wohl wissend, daß ich das eigentlich nicht kann 😎

Das nötige Equipment ist nicht soooo teuer, dachte ich mir. Kompressor und ein günstiges Spritzbesteck für zusammen ca. 400 Euro. Dann noch mal so viel für Grundierung und Lack nebst Zubehör wie Messbecher, Verdünnung, Silikonentferner, Schleiffließ, Schleifpapier usw.

Zunächst ist mal einige zu demontieren: Dachspoiler, Motorhaube, Kühlerabdeckung, Scheinwerfer, Blinker, Spiegel und Stoßstange. Das ist alles reine Schraubarbeit, bis auf die Seitenteile der Stoßstange. Die sind mit eingegossenen Stehbolzen versehen, welche wegen der Oxidation so fest sitzen, daß sie sich im Kunststoff durchdrehen. Auf einer Seite musste ich die Schraube absägen, was ein riesen Sch**** war, also habe ich es auf der anderen Seite einfach rausgedrückt. Montieren werde ich es mit durchgesteckten Schrauben.

Dann die Scheibe raus und mal sehn was da so drunter vorkommt.

Irgendwie sah das nicht gut aus, ziemlich viel Rost, aber die Löcher die ich eigentlich erwartet habe waren nicht so groß. Andererseits war der Holm also die A-Säule heftig angefressen. Dann war da am Dach an den Ecken oben schon mal was gepfuscht worden, habe ich nicht als weiter tragisch erachtet, aben nun zeigte sich hier eine Baustelle. Das Dach war da oben durch und ich musste das Blech ganz schön ausschneiden. Dabei stellte ich fest, daß die Hohlräume dort alle mit Bauschaum ausgespritzt waren. Also mal den Himmel innen demontiert und wo es ging das Zeug aus den Hohlräumen rausgeschabt oder so durchstochen, daß wieder eine Hinterlüftung gewährleistet ist. Da hat es mal einer besonders gut gemeint, aber halt schlecht gemacht. Das Schwitzwasser staut sich so zwischen Schaum und Blech und die Oxidation findet von innen statt.

Also das rostige Zeug rausschneiden bis gesundes Blech kommt. An der Fensterleibung habe ich viel Fertan verpinselt und die A-Säulen auch von innen mit Fertan behandelt. Da kommt man durch die kleinen Löcher innen nicht besonders gut ran, aber ich hoffe es reicht.

Die großen Löcher oben habe ich dann mit Blech zugeschweißt, anschließend laminiert und verspachtelt. Am Fensterrahmen waren unten ein paar kleinere Löcher die auch laminiert wurden. Alles sauber spachteln und verschleifen und schon sieht das wieder manierlicher aus.

Die Stoßstange sah innen auch schlimm aus. Der Rosfraß zum Teil schon recht tief, gut daß es dickes Blech ist. Ich habe es ausgeschliffen, mit Drahbürsten so gut es ging den Rost raus und dann mehrmals mit Fertan behandelt.

Dann war da noch diese elende Schwarze Pampe mit der Stoßstange und Teile der Karosserie angemalt waren. Das Zeug ist hart wie Teer und ich konnte es nur mit der Flex und sehr groben Papierscheiben angreifen. Unten an den Türen auch. Klar, darunter kam erwartungsgemäß auch Rost heraus. Es hilft ja nix den Roten Feind zuzuschmieren, mit was auch immer. Die Türen habe ich innerlich und äußerlich mit Fertan behandelt. Am Einstieg auf der Fahrerseite waren auch noch einige weitere Arbeiten nötig, denn da hat das Wasser welches durch die Scheibe nach unten lief kräftig gearbeitet. Bei der Gelegenheit fällt mir auf, daß dringend der ganze Gummiboden im Fahrerhaus mal raus sollte, denn da drunter sieht es sicher schlimm aus – nächstes Jahr kommt das dran.

Die Bilder zeigen nun einige Arbeitsschritte vor dem Grundieren.

Nachdem nun alle Löcher wieder zu waren, der Rost abgeschliffen und mit Rostumwandler behandelt waren die Vorbereitungen für die Lackierung dran. Schleifen, ein paar Stellen Spachteln und dann reinigen. Ich habe alles mit Verdünnung abgewaschen, danach mit Silikonentferner. Grundieren machte keine Probleme, die Grundierung steht gut und ist leicht zu spritzen.

Ein Tag später Nassschleifen und vorbereiten für den Lack, also noch mal alles mit Verdünnung waschen danach mit Silikonentferner und zusätzlich noch mit Staubbindetüchern. Meine „Lackierkabine“ war ja alles andere als optimal, ich habe die ganze Scheune mit Folie ausgekleidet und den Boden auch abgedeckt. Mit zerstäuben von Wasser habe ich versucht den Staub in der Luft so gut als möglich zu binden. Jetzt kam der Lack, davor hatte ich etwas Mores, denn das hatte ich noch nie gemacht, geschweige denn so ein großes Objekt. Nun ja, schlimmer als es vorher aussah wird es schon nicht werden, also los geht’s.
Der Lack ist deutlich schwieriger zu spritzen, bis das deckt, aufpassen daß es nicht läuft, glänzen soll’s hinterher auch noch …. ich habe geschwitzt. Der Spritzstaub machte die Sicht immer schlechter, denn es wurde ja nicht abgesaugt, also mal kurz warten und schauen. Ein paar Stellen habe ich dann noch mal nachgespritzt und dann war meines Erachtens gut. Klar, das sieht jetzt nicht aus wie von einem Profi gespritzt, das wär ja ein Wunder, aber insgesamt gar nicht soooo übel.

Nun musste ich die „Lackierkabine“ umbauen für den Huckepack. Da machte ich nicht viel Aufwand mit schleifen, denn der Lack war schon so verwittert, daß er als tragfähiger Untergrund gelten konnte. Alles mit Schleifflies etwas angerauht, wie schon vorher abgewaschen – alles in allem ein langer Abend Arbeit. Dann Samstag als Spritztag. Ich musste eigentlich an diesem Tag mehr oder weniger fertig werden, denn das nächste WE wollen wir los zum Treffen am Altmühlsee. Also früh morgens mit Grundieren angefangen. Als das soweit war, Mittagessen, dann müsste die Grundierung überlackierbar sein. Beim Lack kam dann ein Problem zutage das mich sehr geärgert hat. Es war ein 3 l Gebinde und eine Dose mit 1 l Lack. Der Farbton dieser beiden Lacke stimmte nicht überein. Ich wollte ursprünglich den Spoiler auch in dem Grau machen wie den Aufbau, aber das war dann leider nix mehr, denn die erste Dose reichte für den Spoiler und das Dach, dann kam auf einmal eine dunklere Farbe. Zeit zum Reklamieren hatte ich nicht, das musste jetzt fertig werden, also Augen zu und durch.
Am Ende sieht man von Dilemma nichts mehr, denn das Dach ist halt doch weit oben :-). Der Spoiler wurde dann halt auch blau, war vielleicht im Nachhinein sogar gut ist. Die Tür am Aufbau wird auch blau und so sieht die Fuhre dann wieder ganz manierlich aus.
Insgesamt habe ich 4 Wochen daran gearbeitet, die Abende und an den Wochenden ganztags. Trotzdem würde ich es, bei Betrachtung des Ergebnisses sofort wieder machen.